Peec.ai und MentionBee analysieren, wie sichtbar Unternehmen bei ChatGPT & Co. sind – verfolgen dabei aber grundverschiedene Ansätze. Dieser Praxistest zeigt, welches Tool für Agenturen sinnvoll ist und welches KMU schneller zu konkreten Massnahmen führt.
Braucht ein KMU wirklich ein laufendes Monitoring-Dashboard, um bei ChatGPT & Co. sichtbarer zu werden? Oder braucht es zunächst etwas viel Einfacheres: ein einmaliger Audit — eine ehrliche Diagnose, klare Prioritäten und konkrete nächste Schritte?
Genau hier unterscheiden sich Peec.ai und MentionBee. Ich habe beide Tools mit demselben Executive-Coaching-Angebot aus Zürich getestet. Das Ergebnis: Peec liefert starke Monitoring-Daten – lässt ein KMU bei der entscheidenden Frage aber weitgehend allein: Was sollen wir jetzt konkret tun?
Vorweg: Ich entwickle MentionBee selbst. Dieser Vergleich ist deshalb nicht neutral. Aber er ist ehrlich – und wo Peec besser ist, sage ich das.
Was Peec.ai gut macht
Peec ist ein ernsthaftes Produkt für ernsthafte Anwender. Wer es für das richtige Kundensegment einsetzt, bekommt echten Mehrwert.
6 KI-Modelle via Web UI Scraping. Peec analysiert ChatGPT, Perplexity, Google AI Overview, Google AI Mode, Gemini und Microsoft Copilot — alle täglich, alle über echtes Browser-Scraping statt API. Das bedeutet: du siehst was der Nutzer sieht, nicht was die API zurückgibt. Ein wichtiger Unterschied, gerade bei Google AI Overviews.
Brand Shape — wie KI deine Marke beschreibt. Das ist ein Feature, das MentionBee nicht hat und das ich ehrlich stark finde. Peec analysiert mit welchen Attributen KI-Systeme eine Marke assoziieren — und zeigt das als Radar-Chart im Vergleich zu Wettbewerbern.
Für Divenio zeigt das: KI assoziiert die Marke stark mit "Führung" und "Resilienz", aber der grösste Gap liegt genau dort — das Thema, bei dem Divenio am stärksten sein sollte, ist noch nicht ausreichend in KI-Antworten verankert. Das ist ein wertvoller Insight.
URL Movers — welche Seiten bei Wettbewerbern zitiert werden. Peec zeigt konkret, welche URLs von Wettbewerbern am häufigsten in KI-Antworten auftauchen. Für Divenio ist das klar: Transforminds /beratung/executive-coaching wird 32 Mal abgerufen — weit vor allem anderen.
Das beantwortet eine konkrete Frage: Welche Seite muss ich bei meinem stärksten Wettbewerber analysieren, um zu verstehen warum er besser sichtbar ist?
Chat Details — echte KI-Antworten mit Quellen. Peec zeigt die vollständige KI-Antwort je Prompt, inklusive der zitierten Quellen. Man sieht genau, welche Domains in einer Antwort auftauchen — und welche nicht.
Audience Distribution — Prompt-Gewichtung nach Zielgruppe. Ein durchdachtes Feature für Agenturen: Man definiert welcher Anteil der Zielgruppe "Simple recommendation seeker", "Informed shopper" oder "Evaluative researcher" ist — und Peec generiert Prompts entsprechend dieser Gewichtung.
Für eine Agentur die viele Kunden mit unterschiedlichen Zielgruppen betreut, ist das ein echter Mehrwert.
Der grundlegende Unterschied: Agentur-Tool vs. KMU-Audit
Das ist der entscheidende Punkt — und er erklärt fast alle anderen Unterschiede.
Peec ist für Agenturen gebaut. Das Preismodell (ab €175/Monat, mit mehreren Projekten und unbegrenzten Client Seats), die Audience Distribution, die Pitch Projects, der Setup-Call für höhere Pläne — das alles macht Sinn, wenn du 5 oder 10 Kunden gleichzeitig betreust und wöchentlich Reporting brauchst.
Was du im Trial siehst, ist bewusst eingeschränkt: Visibility ist sichtbar, Sentiment und Position sind hinter einem Blur. "Sample data on how your client's brand shows up in AI search" — das sagt Peec selbst. Erst nach dem Kauf wird das vollständige Dashboard freigeschaltet.
MentionBee ist für KMU gebaut. Ein KMU braucht kein laufendes Agentur-Dashboard. Es braucht einmal einen klaren Befund: Bin ich in KI-Antworten sichtbar? Wo sind meine grössten Lücken? Was soll ich als erstes tun? Das beantwortet MentionBee mit einem einmaligen Report — ohne Abo, ohne Kreditkarte für den Start, ohne monatliche Kosten.
Peecs Insights für Divenio zeigen: "You're #10 in AI Visibility — ICF, Mindmove, Kaspar Consulting und 6 others lead." Visibility 1.9%, Sentiment 57, Stärkstes Modell: AI Overview, Schwächstes Modell: ChatGPT. Das ist ein echter, verwertbarer Befund. Aber was tun damit? Peec sagt dir, wo du stehst. Die Frage "was jetzt konkret?" beantwortet das Tool nicht — zumindest nicht in einer Form, die einem KMU ohne Agentur-Begleitung weiterhilft.
Peec deckt 6 Modelle ab — aber kein Claude. Die Auswahl ist: ChatGPT, Perplexity, Google AI Overview, Google AI Mode, Gemini, Microsoft Copilot. Alle via Web UI Scraping.
MentionBee deckt ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity ab — via API. Das bedeutet: MentionBee sieht die direkte Modellantwort ohne UI-Rauschen. Peec sieht was im Browser dargestellt wird, inklusive personalisierter Elemente.
Beides hat Vor- und Nachteile. Web UI Scraping zeigt die tatsächliche User Experience. API-Abfragen zeigen das reine Modellverhalten ohne Interface-Einfluss.
Der entscheidende Punkt: Claude fehlt bei Peec komplett. Claude ist heute einer der meistgenutzten KI-Assistenten im DACH-Geschäftsumfeld. Wer Claude nicht misst, hat ein blindes Auge.
2. Preis und Einstieg: Der grösste praktische Unterschied
Peecs günstigster Plan kostet €205/Monat monatlich oder €175/Monat bei Jahresabonnement. Für den Trial wird eine Kreditkarte verlangt — nach 7 Tagen beginnt die Abbuchung automatisch.
In der Schweiz bedeutet das: rund 200 CHF/Monat, inklusive Umrechnungsgebühr. Für ein KMU das einmal wissen will wo es steht, ist das ein hoher Preis.
MentionBee kostet € 190 einmalig für den vollständigen Report. Der Gratis-Report kommt ohne Kreditkarte.
Für eine Agentur die 10 Kunden betreut und das Monitoring monatlich weiterverrechnet, ist Peecs Preis vertretbar. Für ein KMU, das einmal seinen Stand kennen will, nicht.
3. Was bekommst du als Output?
Peec liefert Monitoring-Daten: Visibility, Sentiment, Position, Share of Voice, Brand Shape, URL Movers, Chat Details. Alles laufend, täglich aktualisiert, im Dashboard.
Was Peec nicht liefert: eine priorisierte To-do-Liste. Du weisst nach Peec, wo du stehst. Du weisst nicht, was du als erstes ändern sollst.
MentionBee liefert einen priorisierten Massnahmenkatalog — mit Problem, Lösung und Impact für jede Empfehlung. Der Report sagt dir nicht nur "Divenio ist bei ChatGPT schwach" sondern "Erstell eine Hub-Seite Executive Sparring Partner Zürich — hier ist warum, und hier ist wie."
4. Ein False Positive der auffällt
Beim Test ist mir etwas aufgefallen, das ich fair dokumentieren muss.
Peecs Crawlability-Analyse meldet für Divenio: "No robots.txt found."
Die robots.txt von Divenio ist vorhanden, erreichbar und korrekt konfiguriert — mit expliziten Erlaubnissen für GPTBot, ClaudeBot, anthropic-ai, Google-Extended und viele weitere KI-Crawler. Peec hat die Datei trotzdem nicht gefunden.
Das ist kein katastrophales Problem — Peec dokumentiert selbst, dass die Crawler trotzdem als erlaubt gelten wenn keine robots.txt gefunden wird. Aber ein False Positive in der Diagnose untergräbt das Vertrauen in andere Befunde. MentionBee hat dieselbe robots.txt korrekt als "AI-Crawler erlaubt ✓" bewertet.
Nach einigen Tagen liefert Peec einen Massnahmenkatalog unter "Close the gaps keeping you out of AI answers". Für Divenio sieht das so aus:
Fünf "Technical SEO fixes": Bilder beschriften, Sitemap aufteilen, Author Bios in aside verschieben, Jahreszahl in Titel setzen, Heading-Hierarchie korrigieren.
Das sind keine falschen Empfehlungen. Aber es sind generische SEO-Massnahmen, die für jede beliebige Website gelten könnten. Keine davon hat Bezug zu Divenios spezifischer Positionierung als Executive Sparring Partner in Zürich, zu Transformind als stärkstem Wettbewerber, oder zu dem konkreten Problem dass Divenio bei ChatGPT kaum, bei Google AI Overview aber etwas sichtbar ist.
Zum Vergleich: MentionBee hat für denselben Test als erste Massnahme empfohlen — "Hub-Seite Executive Sparring Partner Zürich erstellen" — mit konkreter Begründung warum dieser Begriff nicht ausreichend verankert ist, welche Wettbewerber dort stärker sind, und was eine solche Seite strukturell enthalten sollte.
Das ist der Unterschied zwischen einer technischen Checkliste und einer markenspezifischen Diagnose.
Peec ist ein laufendes Monitoring-Abo für Agenturen, MentionBee ein einmaliger Audit für KMU. Für die meisten KMU ist MentionBee das richtigere Werkzeug — nicht weil Peec schlechter ist, sondern weil du für einen einmaligen Befund kein Monats-Abo brauchst.
Deckt MentionBee Claude ab?
Ja, nativ und ohne Aufpreis. Peec deckt Claude nicht ab — die 6 Modelle sind ChatGPT, Perplexity, AI Overview, AI Mode, Gemini und Copilot.
Was kostet Peec wirklich?
Der günstigste Plan (Essentials) kostet €205/Monat monatlich oder €175/Monat bei Jahresabonnement. In der Schweiz rund 200 CHF/Monat. Für den Trial wird eine Kreditkarte verlangt (Stand Sept. 2026).
Was kostet MentionBee?
Der kostenlose Report kommt ohne Kreditkarte. Der vollständige Report kostet € 190 einmalig — kein Abo.
Wie lange dauert es bis ich Ergebnisse sehe?
Peec braucht einige Tage um vollständige Daten zu sammeln, erste Insights sind nach etwa einem Tag sichtbar. MentionBee liefert den Free Report innerhalb weniger Minuten, der bezahlte Report innerhalb weniger Stunden.
Warum hat Peec Claude nicht?
Peec arbeitet mit Web UI Scraping — es besucht KI-Plattformen wie ein normaler Nutzer. Claude hat kein öffentliches Web-Interface das sich für automatisiertes Scraping eignet. MentionBee nutzt die Claude-API direkt.
Ich will laufendes Monitoring über Monate — was dann?
Peec ist dafür die passendere Kategorie. Ein sinnvoller Weg: erst mit dem MentionBee-Audit den Ist-Zustand klären und die wichtigsten Baustellen beheben — dann entscheiden, ob laufendes Monitoring sinnvoll ist.
Willst du sehen, wo du in ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity tatsächlich stehst? Starte mit dem kostenlosen MentionBee-Report — keine Kreditkarte, keine Demo, keine Verpflichtung.
Olaf Kunz ist Gründer von MentionBee und Inhaber von Disrupt Media. Er berät seit über 10 Jahren Unternehmen im DACH-Raum zu digitaler Sichtbarkeit, Reichweite und Lead-Generierung — mit über 50 Kunden aus Medien, SaaS und B2B-Dienstleistung. Zuvor hat er das Newsportal watson.ch mitgegründet und als Präsident von We.Publish die Schweizer Verlagsszene mitgeprägt. Mit MentionBee macht er messbar, was er in der Beratung täglich erlebt: Unternehmen sind in KI-Antworten unsichtbar — und wissen es nicht.
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